Blog Denkanstöße

Mir ist das Thema Artenvielfalt wichtig, weil…

am
1. Mai 2019

…ich möchte, dass meine Kinder und Enkelkinder in einer bunten, vielfältigen und gesunden Welt groß werden und nicht in einer artenarmen, von Monokulturen geprägten, kranken und eintönigen Umwelt.

Ich liebe das Leben und bin immer wieder erstaunt über die Schönheit unseres Planeten, die unbeschreibliche Natur, die unglaubliche Tier- und Pflanzenwelt und wie perfekt alles miteinander harmoniert. Auf meinem Blog versuche ich genau aus diesem Grund immer wieder kleine Impulse zu setzen und möchte dazu inspirieren nachhaltiger, aktiver und gesünder zu leben. Daher passt die aktuelle Bloggerparade des Bioanbauverbands Bioland (#bloggenfürartenvielfalt) perfekt, die mit obigem Titel dazu aufruft, das Thema Artenvielfalt zu beleuchten.

 

Ein intaktes Ökosystem – ein Gewinn für alle

Jede Tier-, Pflanzen, Pilz- oder Insektenart erfüllt einen ganz bestimmten Zweck in einem komplexen Ökosystem. Sie sind Futterquelle für andere Lebewesen, sie sorgen für Bestäubung, sie sind Sauerstoffproduzenten, sie durchgraben die Böden und machen diese fruchtbar und, und, und.

Die Vielfalt und der dadurch bestehende gigantisch große Genpool sorgen dafür, dass es überall auf der Welt ein intaktes Ökosystem gibt. Regionale und lokale Arten passen sich ideal an die Bedingungen vor Ort an, egal ob es sich um eine trockene, windige, kalte oder heiße Gegend handelt. So entstehen Millionen von kleinen Ökosystemen, die sich zu größeren Systemen zusammenschließen.

Das Zusammenspiel der Abertausenden von Arten in einem kleinen Ökosystem ist komplex und vielschichtig. Je größer das Ökosystem, desto komplexer die Zusammenhänge. Ökosysteme sind keine starren Konstrukte, sondern sie befinden sich in einem ständigen Wandel. Im Laufe der Zeit verschwinden einzelne Arten und neue, besser angepasste Lebewesen, werden Teil des Ökosystems. Über Millionen von Jahren haben sich so überall auf der Welt ideal aufeinander abgestimmte Naturräume entwickelt.

Unter den Tausenden von Arten auf dieser Welt, gibt es leider eine Spezies, die so gravierende Änderungen in den Ökosystemen dieser Welt verursacht, dass dieses gewachsene natürliche Gleichgewicht aus den Fugen gerät. Die Folge: ein drastischer Rückgang an Artenvielfalt und Biomasse und damit einhergehend ein reduzierter Genpool und anfälligere Ökosysteme.

Gecko auf Blatt als Zeichen für Artenvielfalt

 

Der Mensch als Bedrohung

Verantwortlich dafür ist – wie so oft – der Mensch. Der enorme Anstieg der Weltbevölkerung in den letzten 100 Jahren hat viele kleine Ökosysteme bereits jetzt schon an den Rand eines Kollapses gebracht. Flächen werden versiegelt, Wälder gerodet, Sümpfe trockengelegt, Meere leergefischt und Pflanzen zunehmend genetisch verändert. Für die Artenvielfalt hat dies drastische Folgen.

  • Laut Weltnaturschutzunion (IUCN) sind inzwischen 27.000 Arten (Pflanzen, Tiere und Insekten) vom Aussterben bedroht. Das entspricht knapp 30 % aller von der Weltnaturschutzunion erfassten Arten.
  • Die Daten des European Bird Census Council zeigen, dass zwischen 1980 und 2016 die Zahl der Vögel in den Staaten der europäischen Union um 56 % abgenommen hat. Unter den bedrohten Vögeln, befinden sich zum Beispiel die Feldlerche oder der Star.
  • Auch bei den Wildbienen ist die Entwicklung negativ. Über 50 % der rund 560 Arten in Deutschland gelten als gefährdet.

Die Auswirkungen dieses Rückganges an Biomasse können bisher nur geschätzt werden. Die langfristigen Folgen sind noch völlig ungewiss. Im besten Fall müssen wir einfach damit leben, dass es viele Tier- und Pflanzenarten, die es heute noch gibt, in 50 Jahren nur noch im Museum begutachtet werden können.

Im schlimmsten Fall kollabieren immer mehr kleine und große Ökosysteme auf der Welt. Die Bestäubungsleistung der Bienen geht auf ein Minimum zurück. Die Ausbreitung von Monokulturen und der Verlust an Biodiversität vermindert die natürliche Widerstandsfähigkeit von Wäldern, Flüssen und Graslandschaften. Flora und Fauna werden anfälliger für Krankheiten und Widerstände gegen invasive Arten werden leichter überwunden. Die Auswirkungen für den Menschen wären vermutlich unterschiedlich wahrnehmbar. Die ärmsten Menschen würde es – wie so oft – am härtesten treffen, da sie am stärksten auf ein intaktes Ökosystem angewiesen sind.


Jeder kann helfen, Artenvielfalt zu erhalten

Egal ob es zu einem Worst-Case-Szenario kommt oder nicht, am besten wäre es doch, wenn wir es gar nicht erst so weit kommen lassen. Ich möchte meinen Kindern und Enkelkindern noch diesen wunderschönen Planeten in seiner Vielfalt zeigen und bin mir sicher, dass die meisten Menschen so denken.

Das Tolle ist, dass wir alle jeden Tag etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun können:

  • Durch den Kauf von Bio-Lebensmitteln unterstützen wir eine Landwirtschaft, die auf synthetische Stickstoffdünger und den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Das schützt die Bienen und Millionen weiterer Insekten.
  • Durch das Bepflanzen unserer Gärten und Balkone mit einer bunten Mischung an Wildblumen und Kräutern, helfen wir Bienen und Hummeln auch in den Städten ausreichend Nahrung zu finden. Insektenhotels und Futterkugeln für Vögel können ebenfalls fast überall angebracht werden. Wenn das jeder in Deutschland machen würde, hätten wir über 80 Millionen Insektenhotels. Gar nicht mal schlecht, oder?
  • Die Pflanzen, Bäume, Flüsse und auch die Tierwelt danken dir auch, wenn du mal dein Auto stehen lässt und stattdessen das Rad nimmst oder die Bahn anstatt des Flugzeugs.
  • Reduziere deine Abfälle auf ein Minimum. Beschäftige dich mit Zero Waste, Upcycling und deinem persönlichen CO2-Fußabdruck.
  • Zu guter Letzt: Mach doch einfach mal ein Bienenseminar. Wenn du dich näher mit diesen tollen Geschöpfen auseinandersetzt, wirst du garantiert zu einem Bienenschützer. So war es jedenfalls bei mir. 🙂

Wenn jeder ein bisschen was macht, ist das in Summe schon eine ganze Menge!Fahrrad steht vor einem Feld

 

Lass mich gern wissen, was du für Artenvielfalt tust. Da gibt es bestimmt noch eine ganze Menge, was man machen kann.

Viele weitere Tipps für ein nachhaltigeres, aktiveres, gesünderes Leben findest du hier.

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2 Kommentare
  1. Antworten

    Cordula

    6. Mai 2019

    Hallo,
    ein wirklich toller Beitrag. Und ein vor allem wichtiges Thema.
    Ein jeder von uns kann einen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt beitragen.
    Deine Tipps zeigen sehr gut, dass dies gar nicht so kompliziert ist ;).

    LG

    • Antworten

      Bunter Löwe

      7. Mai 2019

      Hi Cordula,
      es ist ein bisschen so wie in der Demokratie. Wenn nur einer wählen geht, funktioniert es nicht. Wenn alle aktiv werden, kann eine ganze Menge verändert werden, auch wenn alle nur ein bisschen was machen. 🙂

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