Unverpackte Lebensmittel
Ernährung

Ernährungsverhalten der Deutschen

am
8. Februar 2018

Seit dem 2. Weltkrieg hat sich das Ernährungsverhalten der Deutschen stark verändert. Nachdem die Bevölkerung vor allem am Ende des Krieges damit zu kämpfen hatte, überhaupt etwas auf den Tisch zu bekommen, waren die 50er Jahre geprägt vom Wiederaufbau.

Hungern mussten zu dieser Zeit immer weniger Menschen, allerdings unterschied sich die Ernährung zum Teil deutlich von unserer heutigen.

  • Der Pro-Kopf-Verbrauch an Kartoffeln und Getreide lag bei rund 300 kg im Jahr.
  • Dazu kamen knapp 40 kg Fleisch und
  • rund 100 kg Obst und Gemüse.

 

Heutiges Ernährungsverhalten Männern und Frauen

Das reine „Sattbekommen“ der Bevölkerung stellt in der heutigen Zeit keine wirkliche Hürde mehr da. Vielmehr geht es heute darum, Vorlieben der Konsumentinnen und Konsumenten zu erfüllen. Technologische Verbesserungen im Bereich der Lebensmittelverarbeitung, -lagerung und der -logistik ermöglichten ein rasantes Sortimentswachstum. So können beispielsweise Obst und Gemüse heute weltweit bezogen und verkauft werden. Tiefkühlprodukte sind inzwischen genauso wenig aus unseren Haushalten wegzudenken wie Convenience- und Fastfood-Produkte auf deutschen Straßen.

Ernährungsverteilung von Männern

Männer verzehren täglich 3,6 kg Lebensmittel – 2/3 davon über Getränke. Dies entspricht 438 kg „festen“ Lebensmitteln und 874 kg an „flüssigen“ Lebensmitteln pro Jahr. Männer essen heutzutage also genauso viel, wie vor 70 Jahren, allerdings unterscheiden sie sich in dem was sie essen deutlich von ihren Großeltern.

Von den rund 1,2 kg festen Lebensmitteln machen fünf Hauptnahrungsquellen 70 % der männlichen Ernährung aus.

  • Brot und Getreide (228 g pro Tag, 83 kg pro Jahr)
  • Milch, Käse und Quark (192 g pro Tag, 70 kg pro Jahr)
  • Fleisch und Wurstwaren (156 g pro Tag, 57 kg pro Jahr)
  • Obst (144 g pro Tag, 53 kg pro Jahr)
  • Gemüse (120 g pro Tag, 44 kg pro Jahr)

Ernährungsverhalten Männer

Ernährungsverhalten von Frauen

Bei den Frauen sieht es ein klein wenig anders aus. Frauen verzehren täglich 3,2 kg Lebensmittel – 2/3 davon über Getränke. Dies entspricht 389 kg „festen“ Lebensmitteln und 779 kg Getränken pro Jahr. Bei der Betrachtung des täglichen Verzehrs an fester Nahrung (sprich 1,1 kg), ergibt sich folgende Verteilung:

  • Milch, Käse und Quark (198 g pro Tag, 72 kg pro Jahr)
  • Obst (187 g pro Tag, 68 kg pro Jahr)
  • Brot und Getreide (176 g pro Tag, 64 kg pro Jahr)
  • Gemüse (132 g pro Tag, 48 kg pro Jahr)
  • Fleisch und Wurstwaren (88 g pro Tag, 32 kg pro Jahr)

Ernährungsverhalten Frauen

 

Was empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung?

Für die fünf Haupternährungsquellen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung folgende Orientierungswerte:

  1. Getreide: 400 – 550 g
  2. Gemüse: mindestens 400 g
  3. Obst: mindestens 250 g
  4. Milch und Milchprodukte: 250 – 310 g
  5. Fleisch und Wurst: 300 – 600 g pro Woche, also 43 – 86 g pro Tag

Wenn es nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung geht, essen Frauen und Männer also zu wenig Getreide, Obst, Gemüse und Milchprodukte, dafür aber deutlich zu viel Fleisch und Wurst. Letzteres gilt vor allem für die Männer.

 

Was bedeutet das für deine Ernährung?

Erst einmal gar nichts. Jeder Mensch ist ein Individuum mit ganz eigenen Bedürfnissen. Ein knapp zwei Meter großer Bauarbeiter hat mit Sicherheit andere Bedürfnisse als ein 1,70 Meter großer Bürokaufmann.

Wie können dir diese Zahlen trotzdem helfen?

Auch wenn jeder Mensch anders tickt, bieten uns Statistiken und Durchschnittswerte einen grundsätzlichen Orientierungswert. Idealerweise nutzt du diese Informationen dazu, dein persönliches Essverhalten kritisch zu hinterfragen und es vielleicht sogar ein wenig anzupassen.

Vielleicht gehörst du zu den vielen Menschen, die über- oder untergewichtig sind, die unter Magen-/Darmbeschwerden leiden, Sodbrennen oder schlechte Blutwerte haben. Vielleicht bist du einfach immer müde und schlapp oder nimmst sogar Medikamente.

Wäre es dann nicht zumindest eine Überlegung wert, einfach mal das eigene Essverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen? Wie toll wäre es, wenn du nur durch die Umstellung deiner Ernährung dein persönliches Wohlbefinden verbessern könntest? Wir haben alle nur ein Leben geschenkt bekommen. Es wäre doch schade, wenn wir so etwas Kostbares wie unsere Gesundheit so leichtfertig aus der Hand geben, oder? Betrachte die folgenden Fragen als Anregung, für ein kritisches Hinterfragen deines Essverhaltens.

  • Wie sieht dein persönliches Essverhalten aus? Was isst du am Tag, bzw. in der Woche?
  • Ernährst du dich vorwiegend vegetarisch, also ca. 5-6 Tage in der Woche?
  • Achtest du auf eine abwechslungsreiche Ernährung oder kommen immer die selben Sachen auf den Tisch?
  • Kochst du regelmäßig selber oder lebst du eher von Fertiggerichten?
  • Wie viel Zucker/Salz nimmst du zu dir?
  • Isst du täglich Obst?
  • Isst du täglich Gemüse?
  • Wie viel Schokolade, Kuchen, Kekse und Süßigkeiten ist du?
  • Trinkst du vor allem Wasser oder Säfte/Limos?

Diese Fragen wirklich ehrlich zu beantworten ist teilweise gar nicht so einfach. Ich habe beispielsweise noch immer keine Ahnung wie viel Zucker ich zu mir nehme, da Zucker inzwischen in so vielen Lebensmitteln verarbeitet ist. Ich weiß aber, dass ich noch immer zu viel Zucker zu mir nehme.

 

Kleine Veränderungen – große Wirkung

Wenn du nun deine Schwachstellen kennst, fang an dir kleine Ziele zu setzen. Versuche nicht gleich alles radikal zu ändern, sondern suche dir kleine, realistische Zwischenziele. Diese solltest du aber wirklich konsequent umsetzen. Sobald du deinen Körper an die Umstellung gewöhnt hast, kannst du dir neue Ziele setzen.

Mögliche Ziele könnten sein:

  • Ich werde zukünftig keinen Zucker mehr zum Süßen von Heißgetränken verwenden.
  • Jeden Tag zum Frühstück gibt es – völlig unabhängig vom eigentlichen Frühstück – eine Portion Obst.
  • Jede Woche koche ich mir mindestens drei Mal ein vegetarisches Gericht.
  • Ich trinke zu Hause ausschließlich Wasser, Tee oder auch Kaffee.
  • Limonaden/Cola und Co. gibt es nur noch im Urlaub oder bei Restaurantbesuchen.
  • Limonaden/Cola und Co. sind komplett gestrichen.
  • Ich kaufe keine Süßigkeiten mehr für das Büro oder meine „Knabberschublade“.
  • Ich steige von Vollmilchschokolade auf Zartbitterschokolade um.
  • Ich verdoppele meinen Gemüseanteil.
  • Ich stelle mein Frühstücksmüsli auf Alternativen um, die weniger Zucker enthalten.
  • Ich kaufe zukünftig keine Produkte mehr, deren Inhaltsstoffe ich nicht verstehe.
  • Ich kaufe zukünftig verstärkt Lebensmittel, die wenig verarbeitet sind und aus möglichst wenig Zutaten bestehen.

Probiere es doch einfach mal und achte auf deinen Körper und deinen Gemütszustand. Kommt dein Körper mit den Veränderungen klar? Hast du weniger oder mehr Beschwerden als vorher? Wie kommst du durch den Tag? Bist du aktiver als zuvor oder merkst du keinerlei Änderung?

Lass mich und auch alle Leserinnen und Lesern an deinen Erfahrungen teilhaben. Welche Ernährungsumstellungen taten dir gut? Was hat sich für dich zum Positiven entwickelt? Hast du vielleicht auch einen Tipp, wie wir besonders liebgewonnene Gewohnheiten (z. B. Schokolade ) ändern können? Hinterlasse mir gern einen Kommentar oder schreibe mir eine Email. Ich freue mich über deine Nachricht.

 

Zum Weiterlesen:

Alle Zahlen habe ich entweder direkt aus den folgenden Quellen entnommen oder selber anhand gegebener Daten in den Quellen selbst ausgerechnet. Du hast einen Zahlendreher gefunden? Gib mir gern Bescheid! Vielen Dank.

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