Kartoffeln auf dem Balkon anbauen
am
13. Oktober 2017

Schritt 1 (März): Das Vorkeimen

Kartoffeln auf dem Balkon anbauen ist nicht schwer. Zunächst habe ich einige demeter Kartoffeln vom Biomarkt meines Vertrauens gekauft. In jedem Fall empfehle ich Bio-Kartoffeln zu nehmen, da diese frei von Pestiziden, Fungiziden und Co. sind.

Damit ich (hoffentlich) einen größeren Ertrag bekomme, habe ich die Kartoffeln nicht gleich eingepflanzt, sondern zunächst einmal an einen hellen und warmen Platz gelegt. Damit die Kartoffeln gut vorkeimen können, sollten die Kartoffeln auch möglichst wenig bewegt werden.

 

 

 

 

 

 

Schritt 2 (März): Einpflanzen der vorgekeimten Kartoffeln

Für die Kartoffeln habe ich mir extra einen Kartoffel-Topf gekauft. Den gibt es inzwischen in jedem Baumarkt. Der Vorteil an diesen Töpfen ist, dass die Kartoffelernte durch die offenen Seitenwände erleichtert wird. Ich bin gespannt, ob das wirklich der Fall ist oder es mir am Ende die doppelte Arbeit macht. Den Topf habe ich ca. 2-3 cm mit Blähton gefüllt. Der Blähton dient als Drainage, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Über den Blähton habe ich dann ein Trennvlies gelegt. Das Vlies erfüllt gleich zwei Zwecke. Zum einen verhindert das Vlies, dass die Erde zwischen den Blähton gespült wird und zum anderen speichert das Vlies Wasser und verhindert so ein Austrocknen der Erde. Anschließend habe ich auf das Trennvlies einige cm Erde gegeben. Die Erde habe ich auch aus dem Biomarkt geholt.

Vermutlich hätte für diesen nicht ganz so großen Topf eine Kartoffel ausgereicht. Da ich aber insgesamt vier Kartoffeln vorgekeimt habe (man weiß ja nie, wie viele durchkommen), habe ich einfach zwei pro Topf genommen. Anschließend noch ein bisschen Erde über die Kartoffeln und dann hieß es abwarten.

 

 

 

 

 

 

Schritt 3 (Mai/Juni): Das Aufschichten mit Erde

Bereits nach wenigen Tagen zeigten sich die ersten grünen Blätter der Kartoffel. Für die geübten Gärtner unter euch, mag das keine große Sache sein, aber glaubt mir, ich habe mich wie ein kleines Kind gefreut. Das sind tatsächlich die ersten Kartoffeln, die ich in meinem Leben selbst angebaut habe.

Damit sich in dem Kübel mehrere Kartoffel-Lagen und somit ein höherer Ertrag entwickeln kann, habe ich jedes Mal, wenn die Keime so ca. 10 cm aus der Erde geragt haben, Erde nachgeschüttet, bis die grünen Blätter fast nicht mehr zu sehen waren. Das habe ich dann solange wiederholt, bis die Töpfe bis zum Rand mit Erde gefüllt waren. Das war bereits nach 2 Wochen der Fall. Anschließend hieß es abwarten und ab und an mal gießen.

 

 

 

 

 

Schritt 4 (Oktober): Die Ernte

Irgendwann im Juni/Juli habe ich dann mal in der Erde geschaut, ob sich schon ein paar Kartoffeln entwickelt haben. Leider habe ich bis dahin nicht eine einzige Kartoffel in der Erde entdeckt. Ich habe den Kartoffeln dann noch bis Oktober Zeit gelassen und mich dann an die Ausbeute gemacht.

Da ich immer mal wieder oberflächlich nach der einen oder anderen Kartoffel im Topf geschaut habe und leider keine gefunden habe, war ich auf das Schlimmste gefasst. Umso größer war dann die Freude, als ich meine ersten zwei Kartoffeln gefunden habe. Es war total spannend, da ich nie zuvor gesehen habe, wie Kartoffeln tatsächlich wachsen. Nach einigem Graben und Suchen kamen immer mehr kleine und auch große Kartoffeln zum Vorschein – wesentlich mehr als ich zu Beginn gedacht hätte. Die meisten Kartoffeln sammelten sich eher im unteren Topfbereich. Aber auch im oberen Bereich habe ich einige schöne Exemplare gefunden. Einige besonders schöne Exemplare siehst du hier:

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

  • Kartoffeln auf dem Balkon anbauen ist möglich.

  • Je tiefer das Gefäß, desto besser.
  • Einen Vorteil durch den gekauften Kartoffel-Topf habe ich nicht erlebt. Ein normaler Topf, eine Tonne oder auch ein großer Sack hätten vermutlich zum selben Ergebnis geführt. Der angebliche Vorteil, von der Seite immer wieder fertige Kartoffeln zu ernten, kam bei mir leider nicht zum tragen. Ich habe nie Kartoffeln an der Seite gesehen.
  • Die Ernte ist natürlich begrenzt und reicht vermutlich lediglich für ein gutes Kartoffelgericht. Aber das wird bestimmt super schmecken.

Für alle, die noch nie Kartoffeln angebaut haben, wird es höchste Zeit es mal zu versuchen. Selbstversorger benötigen definitiv mehr Platz. 🙂

 

Zum Weiterlesen:

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