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Klarheit über deine Finanzen gewinnen – Teil 1

am
25. August 2019

Wenn du dich ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigst, finanziell unabhängig zu sein, führt kein Weg daran vorbei, dass du auch ein bisschen Zeit in dieses Thema steckst. Je mehr du über Finanzen Bescheid weißt, desto besser. Dieses Wissen wird dir dabei helfen, die für dich richtigen Entscheidungen selbstbewusst zu treffen und konsequent umzusetzen. Dazu solltest du zunächst mal Klarheit über deine Finanzen gewinnen.

Wichtig ist nur, dass du dir selbst Gedanken machst. Nur wenn du verstehst, wie es um deine Finanzen steht, welche Ein- und vor allem auch Ausgaben du hast, kannst du Optimierungen vornehmen und einen auf dich zugeschnittenen Finanzplan erstellen. Hast du keinen Plan, wirst du ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Dazu eine kostspielige aber lehrreiche Erfahrung, die ich als 18-jähriger gemacht habe.

Durch eine Erbschaft, habe ich bereits mit elf Jahren ein Depot mit einem kleinen Kapitalgrundstock besessen. Mit 18 hatte ich dann auch Zugriff auf das Depot und die lieben Bankberater hatten Zugriff auf mich. Relativ kurz nach meinem Geburtstag, lud mich meine Bank zu einem Besprechungstermin ein. Unerfahren und von nichts eine Ahnung kam es, wie es kommen musste. Mein „Berater“ zeigte mir Unmengen Statistiken von diversen Fonds, zeigte mir auf, welche Fonds zu meinem Risikoportfolio passten und welche nicht und machte Vorschläge, welche Fonds ich idealerweise kaufen, bzw. verkaufen sollte. Natürlich klang alles was er sagte total plausibel und ich vertraute ihm blind.

Was hat mir der Termin am Ende gebracht?

  • Vor allem hohe Kosten für den Kauf und Verkauf diverser Posten in meinem Depot, über die sich meine Bank gefreut hat und
  • noch viel höhere Verluste, da meine Fonds im Zuge der Finanzkrise massiv an Wert verloren hat.

 

Gelernt habe ich damals Folgendes

  • In den meisten Fällen interessieren sich Bankberater nicht für mich, sondern für ihre Provision. In meinem Fall ging es in erster Linie darum,  einen Posten zu verkaufen, um mit dem Geld einen anderen Posten kaufen zu können. Der Berater erfüllt dadurch seine vorgegebene Quote an Verkäufen, bekommt ein Lob vom Chef und am Ende des Jahres eine gute Provision.
  • Der für mich ausschlaggebende Grund, meine Finanzen ab diesem Zeitpunkt in die eigenen Hände zu nehmen, war jedoch dieser: Trotz seiner Ausbildung hat mir der Bankberater nicht sagen können (oder noch schlimmer wollen), dass es kurz darauf zu einem weltweiten Börsensinkflug kommen würde. Er hatte genau so wenig Ahnung wie ich. Was spricht also dagegen, mich selber um meine Finanzen zu kümmern?

Nach dieser Erfahrung, hatte ich zunächst erst einmal genug von Bankgeschäften. Jedes weitere Beratungsgespräch mit meinem Bankberater lehnte ich ab und beschäftigte mich mit anderen Dingen.

Ich hatte in dieser Zeit eine Menge Spaß, studierte und bereiste die Welt. Nur meine Finanzen dümpelten vor sich hin. Mit Mitte 20 fragte ich mich dann aber doch, wie es denn mit den Finanzen weitergehen sollte? Irgendwie war Nichtstun auch keine Lösung für mich. Da ich immer noch keine Ahnung von der Börse hatte, ein Bankberater für mich aber auch keine Option mehr darstellte, wählte ich das Internet und Fachzeitschriften als meine Beratungsinstanz. Mein zweiter großer Fehler.

Natürlich bin ich auf die Tipps der Börsenzeitschriften reingefallen und habe in Kanadische Rohstofffirmen oder irgendwelche Bio-Tech-Unternehmen investiert, bei denen ich weder verstanden habe, was ihr Produkt ist, noch wusste, wer die Kunden dieser Produkte sind.  Alles was ich wusste, war, dass ich eine „unglaubliche Chance“ hätte und unbedingt „jetzt zuschlagen“ muss. 🙂 Naja, du kannst es dir vermutlich denken. Fast alle meine Käufe sind grandios gescheitert. Wenigstens war ich so „gescheit“, dass ich immer nur recht überschaubare Summen investiert habe. Heute verbuche ich das als Lehrgeld.

Anstatt mich weiter zu bilden und aus meinen Fehlern zu lernen, habe ich mein Depot wieder einfach liegen lassen. Es dauerte dann nochmals einige Jahre, bis ich mich sehr viel intensiver mit dem Thema Geldanlage beschäftigte. Dafür hatte ich mir dann aber einen Plan zurechtgelegt. Der Plan war simpel, sollte sich für mich aber auszahlen.

  • Ist-Status meiner Finanzen dokumentieren,
  • Verbesserungspotenziale ausmachen,
  • entsprechende Maßnahmen treffen und
  • den Erfolg messen.

Im zweiten Teil von „Klarheit über deine Finanzen gewinnen“ geht es daher um das Eingemachte. Was sparst du eigentlich monatlich? Was investierst du und in was investierst du? Hast du konkrete Ziele, die du mit deinen Investitionen verfolgst? Natürlich hat jeder so ein ungefähres Bauchgefühl. Doch wenn man erst einmal schwarz auf weiß sieht, wie es um die eigenen Finanzen steht, wird es kaum jemanden geben, der nicht doch ins Grübeln und dann hoffentlich ins Handeln kommt.

 

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