Recyclingpapier schützt die Umwelt
Bunter Löwe

Recyclingpapier schützt die Umwelt

am
7. Juli 2018

Als ich vor kurzem unseren Abfall zur Abfalltonne getragen habe, habe ich mir Gedanken über unseren Papiermüll gemacht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Papiermüll in unserem zwei-Personen-Haushalt anfällt. Wir drucken wirklich selten etwas aus, nutzen beide Online-Banking, und bekommen auch nur unregelmäßig Pakete zugeschickt.  Auch Zeitungen oder Zeitschriften haben wir nicht abonniert. Trotzdem trage ich regelmäßig eine große Tüte mit Papier zur Abfalltonne. Jahr für Jahr kommt so eine unglaubliche Menge Papierabfall zusammen und ich bin mir sicher, dass in den meisten Haushalten ähnlich viel oder sogar noch mehr Papiermüll anfällt. Umso wichtiger, dass wir uns immer wieder bewusst machen: Recyclingpapier schützt die Umwelt!

 

Die Hintergründe

Rund 250 kg Pappe, Papier und Kartonagen verbrauchen wir Deutschen im Jahr. Jeder von uns, vom Baby bis zum Greis. Wir lesen Zeitungen und Bücher, verbrauchen Kopierpapier und schreiben Briefe. Wir kaufen Produkte, die in Papier verpackt sind und nutzen Kartons zum Umziehen. Fast jeder von uns verwendet Küchentücher, Toilettenpapier und Taschentücher aus Papier und täglich schauen wir uns Poster und Plakate aus Hochglanzpapier an. Kurz gesagt: Papier ist ein ganz wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens.

Es begegnet uns überall und die wenigsten von uns denken dabei über die kostbare Ressource Papier nach. Anders als beim Plastikmüll, drängt sich der Gedanke an die Umwelt nicht so unmittelbar auf. Dabei werden jedes Jahr große Flächen Waldbestände abgeholzt, was erhebliche Auswirklungen auf Klima, Biodiversität, Umwelt und auch die Menschen in der Region hat. So gingen allein in den zehn Staaten, die von 2010 bis 2015 die höchsten Waldverluste hatten, jede Minute 8,6 Hektar pro Minute verloren. Das entspricht ungefähr der Fläche von zwölf Fußballfeldern – pro Minute!

Es ist also höchste Zeit, sich mal ein wenig mit der wertvollen Ressource Papier auseinanderzusetzen.

 

Papierherstellung

Deutschland ist Europas größter Papierproduzent und exportiert soviel Papier, wie sonst kein Land in Europa. Allerdings stammen ca. 80 Prozent der verarbeiteten Primärfasern aus dem Ausland. Die Fasern werden aus Holz gewonnen und in Deutschland zu Papier verarbeitet. Sie stammen vor allem aus Skandinavien, Brasilien und Kanada. Der umweltbelastendste Teil der Papierherstellung findet daher im Ausland statt.

Ein nicht kleiner Teil des Holzes aus dem Ausland stammt aus der Rodung von Urwäldern, also Wäldern, die eine natürliche Vegetation aufweisen. Der weltweite Flächenbestand an diesen Wäldern nimmt nach wie vor ab. Gleichzeitig steigt der weltweite Papierverbrauch. Um den steigenden Bedarf zu decken, sorgen Baumplantagen für genügend Holznachschub. Die oftmals als Monokulturen, bzw. Dauerkulturen angelegten Plantagen verursachen jedoch zahlreiche Umweltprobleme. Der einseitige Nährstoffbereich laugt die Böden aus. Biodiversität nimmt ab und die Anfälligkeit für Schädlingsbefall nimmt zu. Die Folge: Es werden Pestizide und Dünger eingesetzt, die giftig sind und über Versickerung ins Grundwasser gelangen.

 

Recyclingpapier spart Ressourcen und schützt die Umwelt

Recyclingpapier schützt die UmweltRecyclingpapier ist aus diversen Gründen besser für die Umwelt als Papier aus Frischfasern.

Zunächst einmal wird kein Baum gefällt, da 100 % Altpapier, wie Zeitungen oder Bücher als Rohstoffquelle dienen. Bestehende Wälder werden so vor dem Abholzen bewahrt. Biodiversitätsverlust wird vorgebeugt und viele Tierarten behalten ihren Rückzugsort.

Außerdem müssen weniger Baumplantagen für die Papierherstellung angelegt werden. Der Verzicht auf diese Monokulturen bedeutet gleichzeitig, dass weniger Pestizide und synthetische Düngemittel ausgebracht werden. Dies vermeidet eine Verunreinigung der Böden und des Grundwassers.

Auch in der Herstellung von Recyclingpapier zeigt sich der ökologische Mehrwert. Für die Produktion von Recyclingpapier werden rund 60 Prozent weniger Energie und bis zu 70 Prozent weniger Wasser verbraucht. Bei Frischfaserpapier muss das Holz zunächst mit Hilfe von Hitze aufgeschlossen und das Fasermaterial gebleicht werden. Dies verbraucht nicht nur eine Menge Energie sondern erfordert zudem den Einsatz von Chemikalien.

 

Fazit

  • Recyclingpapier spart Wasser.
  • Recyclingpapier spart Energie.
  • Fast alle Recyclingpapiere werden ohne giftige Chemikalien und Zusätze hergestellt.
  • Recyclingpapier wird zu 100 Prozent aus altem Papier hergestellt. Kein Baum muss gefällt werden und Biodiversität bleibt erhalten.
  • Recyclingpapier schützt bestehende Wälder. Flora und Fauna bleiben unberührt.

 

Verwende Recyclingpapier und schütze die Umwelt

Ein Sprichwort besagt:

Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

In diesem Sinne kannst du drei Dinge tun, um deinen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

  1. Verwende weniger Papier!
  2. Vermeide Frischfaserpapier und verwende nur noch (zertifiziertes) Recyclingpapier!
  3. Falls Recyclingpapier doch mal keine Lösung ist, greife auf FSC-zertifiziertes Papier zurück!

Was du genau tun kannst, habe ich dir hier zusammengestellt: Papier: Dein Beitrag zum Umweltschutz

 

 

Quellen und Seiten zum Weiterlesen

 

 

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Jonas
Deutschland

Hey, ich bin Jonas, Anfang 30 und folge zur Zeit meinem Hunger nach mehr. Mir ist es wichtig, nicht einfach nur zu existieren, sondern mich lebendig zu fühlen. Was ich dafür tue, was mich inspiriert und mir weiterhilft, dokumentiere ich hier auf meinem Blog. Ich schreibe unter anderem über Ernährung und eigenen Gemüseanbau und (m)einen sportlichen Lifestyle.