Verbot von Mikroplastik durch die Europäische Union
Denkanstöße

Schweden verbietet Mikroplastik in Kosmetika

am
11. Februar 2018

In vielen Kosmetik-Produkten finden sich mikroskopisch kleine Plastikpartikel. Diese sollen für „noch weißere Zähne“ oder „noch glattere und saubere Haut“ sorgen. Nach dem Ausspülen der Zahncreme oder dem Abwaschen der Lotion, bzw. der Hautcreme, gelangt dieses Mikroplastik über das Abwasser in Flüsse und Meere. Einmal im Meer angekommen, wird Mikroplastik von kleinen und großen Lebewesen, direkt oder indirekt über die Nahrungskette aufgenommen. Jedes Jahr gelangt zudem mehr Plastik in die Meere und Expertenberechnungen zufolge wird es 2050 volumenmäßig mehr Plastik als Fisch im Meer geben. Daher habe ich mich sehr über die Schlagzeile: „Schweden verbietet Mikroplastik“ gefreut.

 

Was ist so schlimm an Mikroplastik?

Ob und welche Gefahr von Mikroplastik ausgeht ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, da Langzeitstudien fehlen. Fakt ist, dass Mikroplastik in immer mehr Lebewesen der Meere nachgewiesen wird. Es lagert sich in den Organismen der Lebewesen ab, wo es Entzündungen hervorrufen kann. Darüber hinaus wirkt Mikroplastik wie ein Magnet für weitere Schadstoffe, die sich ebenfalls im Organismus ansammeln und diesen schädigen.

Das Bundesumweltamt in Bad Elster forscht seit 2016 zu Mikroplastik im Wasserkreislauf mit dem Ziel, die Auswirkung von Mikroplastik im Trinkwasser auf den Menschen zu untersuchen. Das Projekt läuft noch bis Februar 2019, doch schon jetzt gibt es erste Zwischenergebnisse. Die Forscher haben nachgewiesen, dass Mikroplastik Störungen in menschlichen Zellen verursachen kann. Die Partikel werden von menschlichen Zellen aufgenommen und stören die Kommunikation zwischen den Zellen. Was dies für Folgen für uns Menschen hat, müssen die Forscher allerdings noch klären.

 

Schweden geht auf Nummer sicher

Die Schwedische Regierung hat aus diesen Gründen ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik-Produkten wie Zahncremes, Duschgels und Hautcremes beschlossen. Ab dem 1. Juli 2018 dürfen nur noch Restbestände abverkauft werden, ab dem 1. Januar 2019 ist der Verkauf dieser Waren komplett untersagt.

Begründet wurde dieser Schritt von der schwedischen Umweltministerin, Karolina Skog, mit folgenden Worten:

„Adding microplastics to rinse-off cosmetic products is completely unnecessary. It’s not the largest source of plastic in our oceans but it is a ‚low-hanging fruit‘, and the ban is a necessary step towards reducing microplastics in water.“

 

Und was passiert in Deutschland und auf EU-Ebene?

Deutschland hat bisher kein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika ausgesprochen. Viele Unternehmen verpflichten sich freiwillig auf Mikroplastik zu verzichten. Eine Menge anderer Unternehmen setzt jedoch nach wie vor Mikroplastik in ihren Produkten ein.

Das Umweltbundesamt (UBA) fordert daher ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik-Produkten. Dieses soll nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU gelten. Aus diesem Grund hat das UBA am 6. 12.2017 auch eine Empfehlung an die EU Kommission in Brüssel verschickt. In Brüssel wird ein solches Verbot zwar diskutiert, ist aber leider noch nicht in Sicht. Bisher haben lediglich die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und jetzt auch Schweden den Einsatz von Mikroplastik in Kosmetik-Produkten verboten.

 

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