Sportlicher Lifestyle vs. Hobby-Sportler
Sport & Lifestyle

Sportlicher Lifestyle vs. Hobby-Sportler

am
25. Dezember 2017

Ein sportlicher Lifestyle ist eine bewusste Entscheidung, das Leben so auszurichten, dass Sport und Bewegung ein ganz natürlicher Teil des Lebens sind. Ein Hobby-Sportler dagegen, macht hin und wieder aus den unterschiedlichsten Gründen Sport, ohne dass dieser dabei einen essenziellen Teil des Lebens darstellt (siehe auch: Was heißt „sportlicher Lifestyle“). Bei der Frage: „Sportlicher Lifestyle vs. Hobby-Sportler“ tendiere ich ganz klar zum sportlichen Lifestyle.

Der Mensch ist einfach dafür gemacht unentwegt zu Laufen, zu Rennen, zu Klettern, zu Schwimmen usw. Ich werde mich im Folgenden auf die Bereiche Wohnort, Urlaub und Mobilität beschränken, mit dem Ziel, dir eine Idee davon zu geben, was ich unter sportlichem Lifestyle verstehe und um dir Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen, damit auch du zukünftig zum Lifestyle-Sportler wirst!

 

Wohnort

Für einen sportlichen Lifestyle ist es völlig egal, ob du in einer Ein-Zimmer-Wohnung oder in einem großen Haus lebst. Viel wichtiger ist die Frage wo du lebst. Dein Wohnort ist der Startpunkt zu allen Aktivitäten, die außerhalb deiner Wohnung stattfinden. Daher hat der Wohnort einen wesentlichen Einfluss auf deinen Lebensstil.

Erreichst du Bäcker, Supermarkt, Frisör, Bürgeramt, deine Arbeitsstelle, das Fitnessstudio usw. zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zumindest mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? Wenn du diese Frage mit „nein“ beantworten musst, lebst du wahrscheinlich auf dem Land oder einer sehr kleinen Ortschaft und bist aufs Auto angewiesen. Das nimmt dir leider die Möglichkeit, täglich 10, 20, 30 Kilometer Rad „ganz nebenbei“ zu fahren. Macht nicht viel aus, da du ja am Abend sowieso noch Radfahren gehst? Wenn du das machst, ist das super. Allerdings neigen die meisten Menschen doch dazu, den Abend auf der Couch ausklingen zu lassen. Täglich 10 Kilometer Rad so nebenbei zu radeln machen auf Dauer ne ganze Menge aus. Im Monat sind das schon 300 und im Jahr 3.600 Kilometer. Spätestens bei dieser Zahl, müssen die meisten Menschen ehrlicherweise zugeben, dass sie nicht ansatzweise diese Kilometer per Rad zurücklegen.

Mein Tipp: Deinen typischen Anlaufstellen (Arbeitsplatz, Supermarkt, Apotheke…) sollten in einem Radius von maximal 15 Kilometern von deiner Wohnung entfernt liegen. Lass dein Auto zukünftig stehen und fahre alle Strecken mit dem Rad zurück. So kommst du locker auf 2.000 und wesentlich mehr Kilometer im Jahr auf dem Rad.

 

Urlaub

Urlaubstage machen für die meisten von uns nur rund 1/12 des Jahres aus. Trotzdem ist die Art und Weise, wie der Urlaub verbracht wird, ein starker Ausdruck dessen, wie wir unser Leben führen. Kaum eine Zeit im Jahr wird so intensiv gelebt. Wochen oder sogar Monate im Voraus planen wir den Urlaub. Die Vorfreude steigt und steigt und wir stellen uns gedanklich vor, wie wir in ferne Länder reisen, lecker essen, die Seele baumeln lassen, wie wir in fremde Kulturen eintauchen oder auch einfach nur faul am Strand rumliegen und dabei herrlich braun (in meinem Fall rot) werden. Auch nach dem Urlaub schauen wir uns noch viele Male die gemachten Fotos an, zehren von den Erinnerungen und der nachlassenden Urlaubsbräune und erzählen unseren Freunden, den Arbeitskollegen und der Familie von den Erlebnissen. Der Urlaub ist dadurch über einen sehr langen Zeitraum sehr präsent in unserem Leben und ob wir wollen oder nicht, beeinflusst das erlebte natürlich auch unser Bewusstsein. Wir werden permanent an das Erlebte erinnert und durchleben es wieder und wieder. Dies weckt Sehnsüchte, Fernweh oder auch einfach nur Lust das erlebte noch einmal zu erleben.

Das ist völlig normal. Je öfter wir etwas wiederholen, desto besser verankern wir es in unserem Gehirn und speichern es zusammen mit den erlebten Emotionen ab. Die allermeisten verbinden Urlaub automatisch mit etwas Positivem und so wird oftmals das Erlebte auch entsprechend positiv in Erinnerung gehalten. Das Essen schmeckte besser, die Menschen waren freundlicher, das Wetter war toll…

Der Hobby-Sportler verbindet mit seinem Urlaub oftmals auch einen Urlaub vom Sport. Die Fußballschuhe werden zu Hause gelassen, das Fahrrad sowieso und im Urlaub ins Fitnessstudio gehen, während draußen der Strand wartet, ist erst recht keine Option. Man freut sich auf Sonne, Strand und leckeres Essen. Das ist natürlich völlig okay, allerdings glaube ich, dass man sich selbst damit in gewisser Weise auch selbst sagt: „Hey, Sport kannst du zu Hause machen, im Urlaub geht es darum es sich gut gehen zu lassen“. Sport wird aus welchen Gründen auch immer als Add-on im Alltag gesehen und nicht als etwas, dass man im Urlaub macht.

Der Lifestyle-Sportler geht komplett anders an die Sache ran. Zwei Wochen faul am Strand rumliegen und nichts machen kommt für ihn eher nicht in Frage. Er sucht vielmehr nach Möglichkeiten den Urlaub aktiv zu gestalten. Nicht, weil er sich dazu „gezwungen“ fühlt, sondern weil es einfach dazu gehört. Nachfolgend einige Möglichkeiten, wie ein Lifestyle-Sportler an das Thema Urlaub herangeht.

Der Lifestyle-Sportler…:

  • nutzt die kälteren Monate des Jahres für eine Fahrradreise in einer wärmeren Region der Welt.
  • fährt im Sommer auch einfach mal zwei Wochen mit dem Rad durch Deutschland – und genießt jeden Kilometer.
  • nutzt den Urlaub dazu, neue Sportarten auszuprobieren.
  • macht aus seinem Urlaub ein Trainingscamp, da er endlich die Zeit dazu hat.
  • erkundet den Urlaubsort mit dem Rad oder wandert jeden Tag einen anderen Wanderweg entlang.
  • packt immer Sportklamotten in die Reisetasche.
  • bucht Urlaub mit festem Fitness-Programm.
  • nutzt Sportwettkämpfe als Grund dafür in ein bestimmtes Land reisen „zu müssen“.

Mein Tipp: Plane deinen nächsten Urlaub aktiv. Suche dir ein Sportevent, wie zum Beispiel einen Halbmarathon irgendwo auf der Welt aus und plane deinen Urlaub rund um dieses Event. Du wirst sehen, dass es einfach großartig ist, deinen Urlaub sportlich zu verbringen und kaum ist der Urlaub vorbei, überlegst du dir schon deinen nächsten Trip. Versprochen!

 

Mobilität

Das Mobilitätsverhalten des Hobby-Sportlers und des Lifestyle-Sportlers unterscheidet sich gravierend voneinander. Ersterer fährt gern mit dem Auto ins Fitnessstudio oder zum Fußballtraining. Auch zur Arbeit nimmt der Hobby-Sportler gern das Auto und sieht darin kein Problem. Es ist schließlich schneller und bequemer als das Fahrrad oder die Bahn.

Der Lifestyle-Sportler hat oftmals kein Auto oder nutzt dieses nur sporadisch. Nach Möglichkeit nutzt er das Rad, um zum Training, zur Arbeit oder zum Kino zu kommen. Autofahren stresst ihn und er liebt es vielmehr sich auf den Sattel zu schwingen, die Lungen zum Brennen zu bringen und den Fahrtwind zu spüren. Er ist bereit zehn Minuten länger einzuplanen und organisiert sich entsprechend.

Fährt der Hobby-Sportler doch einmal mit dem Rad zur Arbeit, zählt er das als Sporteinheit. Für den Lifestyle-Sportler ist das Fahrradfahren kein Sport, sondern die natürlichste Art der Fortbewegung.

Mein Tipp: Nutze das Rad nicht nur für Ausflüge, sondern jeden Tag. Überlege dir, welche Strecken machbar sind und fang an das Rad zu nehmen! Schwitzen, Regen, Dunkelheit, Glatteis… Ja, es gibt vereinzelt Tage, an denen es wirklich total in Ordnung ist, das Auto zu nehmen. ABER: an den allermeisten Tagen im Jahr, ist Fahrradfahren möglich. Du musst es nur wollen und anfangen. Ich bin erst nach meinem Abitur zum Fahrradfahrer geworden, und das hatte einen ganz simplen Grund. Das Ticket für den Nahverkehr war mir zu teuer. Seitdem fahre ich so oft ich kann Fahrrad – und ich liebe es.  

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