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Tipp für nachhaltigere Lebensmittel: Kauf Bio

am
12. Februar 2019

Mit jedem Lebensmittelkauf triffst du eine Entscheidung, welche Art der Landwirtschaft und Tierhaltung du unterstützt. Du entscheidest, welche Unternehmen du stärkst und bestimmst mit jedem Kauf die Richtung der Produktentwicklung und der Sortimentsgestaltung. Daher möchte ich dir meinen Tipp für nachhaltigere Lebensmittel auf den Weg geben: Kauf Bio! Denn mit dem Kauf von Bio-Produkten stärkst du eine ökologischere und nachhaltigere Landwirtschaft. Der folgende Artikel soll dir als Inspiration dienen, dich einfach mal mit „Bio“ zu beschäftigen und dir verdeutlichen, wofür die unterschiedlichen Bio-Siegel stehen.

 

Das EU-Bio-Logo

Produkte, die das EU-Bio-Logo tragen, enthalten Zutaten, die zu mindestens 95 % aus ökologischer Herkunft stammen. In Ausnahmefällen dürfen bis zu 5 % konventionelle Zutaten verwendet werden, wenn die entsprechenden Öko-Zutaten nicht am Markt verfügbar sind.EU-Bio-Siegel

Alle in Europa erzeugten Bio-Produkte müssen mindestens die Standards der europäischen Bio-Verordnung erfüllen. Bio-Produkte stehen für einen sorgsameren Umgang mit der Natur, umweltschonendere Anbaumethoden und eine artgerechtere Tierhaltung. Die Bestrahlung von Lebensmitteln ist genauso verboten wie der Einsatz von Gentechnik. Zudem sind der Einsatz von mineralischen Stickstoffdüngern und chemisch-synthetischen Pestiziden untersagt.

Mit dem Kauf von Bio-Produkten kaufst du nicht automatisch gesunde, nachhaltige und tierfreundliche Produkte. Das Logo garantiert dir jedoch, dass die Produkte unter bestimmten Voraussetzungen angebaut, bzw. hergestellt wurden. Du unterstützt mit dem Kauf der Produkte eine ökologischere und nachhaltigere Landwirtschaft.

Deutsche Bio SiegelVielleicht bist du auch schon einmal dem deutschen Bio-Siegel (Sechseck) begegnet. Es darf nur zusätzlich zum EU-Bio-Logo verwendet werden, wenn das EU-Bio-Logo Pflichtkennzeichnung ist. Verpflichtend ist das EU-Bio-Logo für vorverpackte Bio-Produkte, die einen Verarbeitungsschritt in der EU erfahren. Kaufst du beispielsweise eine Bio-Marmelade, die in Deutschland hergestellt wurde, muss diese das EU-Bio-Logo tragen. Zusätzlich kann das deutsche Bio-Siegel aufgetragen sein. Die Marmelade erfüllt durch das deutsche Bio-Siegel keine weiteren Standards, als die der EU-Öko-Verordnung. Da es das deutsche Bio-Siegel jedoch vor Einführung des EU-Bio-Logo in Deutschland gab, bringen es viele Produzenten weiterhin auf die Produkte auf.

Wenn du noch mehr tun möchtest, kannst du auch auf Siegel von Bio-Anbauverbänden achten. Anbauverbände wie Bioland, Biokreis, Naturland oder Demeter stellen noch höhere Anforderungen an die Herstellung der Produkte. Zudem sind Mischbetriebe bei Anbauverbänden untersagt. Das heißt, dass sie, anders als Betriebe, die nach der EU-Öko-Verordnung zertifiziert sind, ausschließlich bio wirtschaften dürfen.

Mehr zum EU-Bio-Logo erfährst du hier: Ökologischer Landbau

 

Biokreis

Aus einer Verbraucherbewegung heraus entstand 1979 der Biokreis in Passau. Die Zielsetzung des Biokreis ist es, „in überschaubaren Regionen eine Zusammenarbeit aller Beteiligten nach ökologischen Grundsätzen zu fördern und die ursprüngliche, bäuerliche Landwirtschaft auf der Basis des Ökologischen Landbaus lebensfähig zu erhalten.“ Logo Biokreis

Rund 1.300 Landwirte, 200 Verarbeiter und rund 200 Verbraucher bilden zusammen das Biokreis-Netzwerk. Jeder Betrieb hat einen Berater und über Workshops, Betriebsbesuche, Veranstaltungen und Exkursionen kommen die Mitglieder regelmäßig zusammen und tauschen sich aus. Ähnlich, wie auch die anderen Bio-Anbauverbände, stellt Biokreis eine Vielzahl an Anforderungen an die Landwirte und Verarbeiter, die über die des EU-Bio-Logos hinausgehen. So gibt es beispielsweise Vorschriften zur Haltung und Fütterung von Tieren, wie der Weidezugang zu gestalten ist und unter welchen Bedingungen Anbindehaltung erlaubt ist.

Biokreis Logo regional und fairDer Anbauverband steht vor allem für ökologische Erzeugung, Handwerkliche Verarbeitung, Regionalität und Fairness. Besonders auf Regionalität wird viel Wert gelegt und es gibt sogar ein eigenes Logo für regionale Produkte.

Biovermarkter unter dem „regional & fair“-Logo arbeiten eng mit regionalen Ökolandwirten rund um den jeweiligen Firmensitz zusammen. Zusätzlich pflegen sie einen fairen Umgang mit ihren Lieferanten, beispielsweise durch langfristige Lieferverträge oder besondere Preisverhandlungen.

Mehr zu Biokreis erfährst du hier: Biokreis

Mehr zu Biokreis regional & fair erfährst du hier: regional & fair

 

Bioland

Bioland ist mit über 7.700 Betrieben der zahlenmäßig größte Bioanbau-Verband. Das Ziel von Bioland ist „die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel.“Logo Bioland

Unter Bioland müssen 100 Prozent der Inhalte Bio sein. Der Verband erlaubt in der Regel keine Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel in den Produkten. Nitritpökelsalz in Wurstwaren ist genauso verboten, wie Tiertransporte über vier Stunden. Auf den Feldern müssen Fruchtfolgen eingehalten und Vorgaben zur ökologischen Gestaltung der Betriebe umgesetzt werden.

Bioland möchte vor allem den organisch-biologischen Landbau fördern und setzt sich aktiv für den Umwelt- und Klimaschutz ein. Auch die zulässige Anzahl der gehaltenen Tiere pro Fläche ist geringer als bei den gesetzlichen Vorschriften der EU-Bio-Verordnung. Zudem sind weniger Zusatzstoffe zulässig.

Mehr zu Bioland erfährst du hier: Bioland

 

Naturland

Wie auch bei Bioland, dürfen auf einem Naturlandbetrieb weniger Tiere pro ha landwirtschaftlicher Nutzfläche gehalten werden, als nach der EU-Bio-Verordnung erlaubt ist. Beispielsweise dürfen auf einem Naturland-Hof 140 Hennen pro ha gehalten werden, im Vergleich zu 230 Hennen auf einem Bio-Hof, der „nur“ nach EU-Bio-Verordnung wirtschaftet. Im Unterschied zu Bioland ist Naturland ein internationaler Anbauverband. Der Verband arbeitet mit über 54.000 Bäuerinnen und Bauern in 52 Ländern zusammen. Naturland Logo

Naturland schreibt ebenfalls Fruchtfolgen vor und fordert auch den Anbau von Leguminosen, wie zum Beispiel Kleegras. Leguminosen binden anhand von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft und geben ihn in die Erde ab. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln wird so vermieden. Seit 1996 bestehen zudem Richtlinien für Ökologische Aquakultur, sprich für die heimische Forelle, aber auch für Muscheln, Garnelen oder auch Algen.

Naturland stellt zudem Anforderungen an ihre Unternehmen ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen. So muss jeder Naturland zertifizierte Betrieb neben den strengen ökologischen Auflagen auch soziale Richtlinien erfüllen. Diese werden jährlich kontrolliert.

Naturland fair Logo

 

Es gibt sogar die Möglichkeit sich Fair zertifizieren zu lassen, was unter anderem die faire Bezahlung der Bauern sicherstellt. Bereits 1986 hat Naturland zusammen mit der GEPA in Darjeeling den weltweit ersten ökologisch bewirtschafteten Teegarten unter fairen Bedingungen umgesetzt.

Mehr zu Naturland erfährst du hier: Naturland

Mehr zu Naturland fair erfährst du hier: Naturland fair

 

 

Demeter

Demeter-Mitglieder arbeiten nach Richtlinien, die auf den Landwirtschaftlichen Kurs Rudolf Steiners zurückgehen. Demeter stellt die umfassendsten Richtlinien aller Verbände auf. Demeter schreibt dazu: „Das Ideal der Biodynamischen Wirtschaftsweise ist die Kreislaufwirtschaft.“ Auf dem Hof des Landwirtes gibt es nur so viele Tiere, für die der Hof auch eigenes Futter anbauen kann. Die Tiere fressen das Futter und die Abfälle vom Feld und düngen wiederum die Felder. So entsteht ein nahezu perfekter Kreislauf.demeter Logo

Nahezu alle Verarbeitungs- und Hilfsstoffe sind verboten und 100 % des Futters muss Bio-Futter sein. Dazu kommen diverse Vorschriften bei der Tierhaltung. So ist die sogenannte Enthornung der Rinder und Kühe genauso verboten wie Hybridsorten im Getreideanbau. Darüber hinaus gibt es diverse Vorgaben zum Einsatz samenfester Sorten und auch das Saat- und Pflanzengut soll aus biodynamischer Züchtung stammen.

Mehr zu demeter erfährst du hier: demeter

 

Fazit

Bio-Produkte sind nicht automatisch gesund, fair, nachhaltig und perfekt. Sie geben dir jedoch Gewissheit, dass die Produktion ökologischer, umweltverträglicher, fairer und einfach natürlicher ist, als bei konventionellen Produkten. Bauernhöfe, die nach den Kriterien eines Bio-Anbauverbandes arbeiten, müssen viele weitere und strengere Kriterien erfüllen. Durch den Kauf dieser Produkte unterstützt du ihre Arbeit und damit eine umweltverträglichere und fairere Landwirtschaft. Noch besser wäre es natürlich, wenn du dir deine Lebensmittel selbst anbauen würdest. Da das für die meisten Menschen jedoch nicht geht, sind Bio-Produkte eine super Gelegenheit, tagtäglich einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Mach mit und kauf Bio!

 

Bilderquelle Titelbild: Bioland

 

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