Tomaten anbauen auf dem Balkon
am
8. Oktober 2017

Schritt 1 (März – April): Samen gewinnen

Ich habe mich im März dazu entschieden Cocktailtomaten zu pflanzen. Mir schmecken sie hervorragend und ich finde sie ideal zum Kochen, für Salate oder auch einfach mal so für zwischendurch.

Zwei oder drei Tomaten habe ich aufgeschnitten und ihr Fruchtfleisch samt den Samen in ein Glas Wasser ausgedrückt. Das Glas habe ich dann über Nacht stehen gelassen, damit sich das rote Fruchtfleisch von den Samen löst. In diversen Foren wurde dieses Vorgehen empfohlen, da die schleimige Schicht keimhemmend wirkt. Ich vermute, dass es auch ohne diesen Schritt funktionieren würde, habe mich dieses Mal aber dran gehalten. Beim nächsten Versuch werde ich die Samen direkt in die Erde geben. Wahrscheinlich dauert es einfach ein wenig länger.

Mit Hilfe eines Küchentuchs habe ich dann das Wasser abgegossen und die Samen herausgefiltert. Das Tuch mit den Samen habe ich dann zwei Tage bei uns auf die Heizung gelegt. Da ich die Samen direkt im Anschluss eingepflanzt habe, hätte ich mir diesen Schritt vermutlich auch sparen können. Das Trocknen ist vor allem wichtig, wenn du die Samen für einen späteren Zeitpunkt aufbewahren möchtest. So kannst du dir beispielsweise die Samen der Tomaten sichern, die dir besonders gut schmecken.

Schritt 2 (April): Säen

Die Samen haben dann so stark am Küchentuch geklebt, dass ich mich dazu entschlossen habe, einfach das Küchentuch in kleinere Stücke zu zerreißen und mit den darauf klebenden Samen einzupflanzen. Dazu habe ich einen kleinen Topf genommen, ihn mit Erde zu 3/5 gefüllt und darauf die zerrissenen Küchentuchfetzen gelegt. Zum Abschluss habe ich die Samen noch leicht mit Erde bedeckt und den Topf bewässert. Da es im April noch zu kalt war, habe ich den Topf erst einmal in einer sonnigen und warmen Ecke meiner Wohnung stehen lassen.

Schritt 3 (Mai): Das Umtopfen

Meinen ersten wirklichen Rückschlag hatte ich dann beim Umtopfen. Nach ca. 3 Wochen war der ganze Topf voller kleiner Setzlinge. Stolz wie Bolle, wollte ich die ca. 7 cm großen Setzlinge pikieren, also voneinander trennen und einzeln eintopfen.

Ich hatte mir dazu extra Schalen besorgt, die sich nach einiger Zeit im Blumentopf selbst auflösen. Vorsichtig habe ich die Setzlinge aus der Erde geholt und in diese Schalen gegeben. Der Plan, war, diese erst ein wenig wachsen zu lassen und dann in einen großen Topf einzupflanzen. Leider ging der Plan relativ schnell baden, denn bereits nach drei Tagen waren alle Setzlinge leider nicht mehr am Leben.

 

 

 

 

 

Glücklicherweise hatte ich noch zwei Überlebende im ursprünglichen Topf, auf die ich nun alle Hoffnungen setzte. Lustigerweise fingen dann plötzlich, zusätzlich zu den zwei Überlebenden, ne ganze Menge weiterer Samen an zu keimen. Es war wie eine zweite Welle und schon nach kurzer Zeit war der ganze Topf wieder voller Setzlinge.

Da es inzwischen sehr viel wärmer draußen war, entschied ich mich, den Topf auf den Balkon in die Sonne zu stellen und mit dem Umtopfen zu warten, bis die Setzlinge kräftig genug dafür waren.

Nach ca. zwei Wochen war es dann soweit. Vorsichtig habe ich die Setzlinge aus dem kleinen Topf genommen und in größere Töpfe umgesetzt. Da ich so viele Setzlinge hatte und es nicht über mein Herz gebracht habe, die Hälfte der Setzlinge zu entsorgen, habe ich mich entschieden, Mutter Natur darüber entscheiden zu lassen, wer es packt und wer nicht. In den großen Töpfen habe ich also 4-5 Setzlinge eingepflanzt, in den kleineren eher zwei bis drei. Die restlichen Setzlinge habe ich einfach in dem „Anzucht-Topf“ gelassen. Zu dem Zeitpunkt, war ich sehr gespannt, wie sich die Pflanzen entwickeln.

 

 

 

 

Schritt 4 (Juni): Pflege der Pflanzen

Im Juni war ich vor allem damit beschäftigt, zu hoffen, dass aus den Pflanzen etwas wird. Und tatsächlich machten sie sich gut. Tag für Tag wuchsen sie ein kleines bisschen und wurden kräftiger. Was bei Tomaten wirklich wichtig ist, ist die regelmäßige Wasserzufuhr. Sie sollen nicht ertrinken, aber wenn sie jeden Tag ein bisschen Wasser bekommen freuen sie sich. Das macht die Zucht in zu kleinen Töpfen erst recht schwer. Eigentlich ist man die ganze Zeit am gießen, da die wenige Erde im Topf kaum Wasser speichert.

Zusätzlich habe ich die Pflanzen mit dem Naturdünger Guano gedüngt, damit sie in ihrem Wachstum gepusht werden. Auf den Bildern könnt ihr den Guano erkennen. Er ist leicht bräunlich und hebt sich deutlich von der schwarzen Erde ab.

Mitte Juni waren die Pflanzen dann teilweise so rund 20-30 cm hoch.

 

 

 

 

 

Schritt 5 (Juli – Oktober): Gießen und ernten

Im Juli und August wuchsen die Pflanzen noch einmal ein ganzes Stück. Die Pflanzen haben mich immer an die Dalton Brüder aus den Lucky Luke Comics erinnert. Von klein nach groß. 🙂 Natürlich hatte ich damit gerechnet, dass die Pflanzen in den kleinen Töpfen nicht ganz so groß wie die Pflanzen in den großen Töpfen werden würden. Aber ich fand es schon faszinierend, wie exakt gleich groß die Pflanzen in einem Topf wurden und mit zunehmender Topfgröße  entsprechend 5 oder 10 Centimeter größer wurden.

Tomaten haben sie alle getragen. Die großen ein paar mehr aber auch die kleineren Pflanzen haben ständig neue Tomaten entwickelt. Über den Sommer habe ich regelmäßig (täglich) gegossen und alle sechs Wochen mit einem Löffel Guano gedüngt. Leider war der Sommer insgesamt ziemlich verregnet und stürmisch. Es war kein wirklich guter Sommer für Tomaten. Nichtsdestotrotz habe ich vor allem im August, September und auch noch im Oktober viele leckere Tomaten geerntet. Sie haben herrlich geschmeckt und waren super geschmacksintensiv.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

  • Tomaten anbauen auf dem Balkon ist möglich und wirklich kein Zauberwerk.
  • Tomaten benötigen Licht, Wärme und regelmäßig Wasser.
  • Du möchtest gern etwas auf deinem Balkon anbauen, hast aber keine Ahnung was? Fang mit Tomaten an. Vergiss den ganzen Aufzucht-Kram aus dem Super- oder Baumarkt. Schnapp dir eine Bio-Tomate, verteile die Samen auf verschiedene Töpfe und vergiss das Gießen nicht. Du wirst über 3-4 Monate immer wieder leckere, saftige und unglaublich schmackhafte Tomaten für deine Salate, deine Pasta-Sauce oder auch einfach als Snack für zwischendurch haben.

 

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